Klare Frage – klare Antwort!

Menschen, die einer Religion oder spirituellen Lehre anhängen, erhoffen sich davon oft eine Art himmlichen Beistand. Sie wollen ihre Ängste und Sorgen einem konkreten oder abstrakten Gegenüber übergeben und stellen dann die große Frage: Was soll ich tun? Was soll ich sagen? Sag mir, was ich tun und was ich sagen soll!



Auch in „ein Kurs in Wundern“ heißt es, man möge sich an den „Heiligen Geist“ wenden und um Hilfe bitten. Aber ich denke nicht, dass damit gemeint ist, dass man den HG oder Jesus um Hilfe bei konkreten Problemen bitten soll. Die Stimme des Heiligen Geistes wird mir nicht sagen: geh‘ rechts, nicht links! Oder: kündige deinen Job! Oder: bleibe bei deinem Partner! Er wird auch nicht sagen: hör auf zu rauchen, iss vegan, trink keinen Alkohol! Wenn ich das glaube, höre ich doch wieder auf die Stimme des Ego, die sich verkleidet bei mir einschmeicheln will. Denn nur das Ego misst diesen weltlichen Dingen Bedeutung und Wichtigkeit bei. Für den HG sind weltliche Dinge alle gleich bedeutungslos, es gibt keine Rangfolge. Eine Illusion ist eine Illusion ist eine Illusion.

Aber: was immer ich tue, was ich sage, wohin ich gehe – ich kann den HG als Begleiter wählen. Er wird mich nicht nach links oder nach rechts lenken, sondern wird immer meinen Weg erleuchten, egal ob ich nach rechts oder nach links gehe. Ich kann ja eh nicht wissen, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Vielleicht wechsle ich den Beruf, bin zunächst ganz glücklich mit dem neuen Job und bilde mir ein, der HG habe mich dorthin „geführt“. Was aber, wenn genau diese Branche nun den Bach hinuntergeht? Oder ich im nächsten Jahr einen neuen Chef bekomme, der mich mobbt? Hat sich der HG dann vertan? Wohl kaum. Also war die Wahl des neuen Jobs doch falsch? Auch das kann ich nicht wissen, denn vielleicht ist noch ein Jahr später alles wieder anders. Vielleicht geht der Chef, ein neuer kommt, mit dem alles bestens läuft.

Alles, was positiv erscheint, kann sich wieder zum negativen entwickeln, und alles negative wieder zum positiven. Aber nichts davon hat Bestand, nichts hat Bedeutung und nichts ist wirklich. Deswegen kommt es allein auf meinen Geisteszustand an, egal wie sich die Dinge im (scheinbaren) Außen entwickeln. Jesus sagt im Kurs sogar, er könne uns nicht die Angst nehmen, wenn wir uns für die Angst entschieden haben. Also ist es immer meine Wahl. Ich wähle zwischen Ego und HG, zwischen Angst und Liebe. Aber wenn ich mich für den richtigen Lehrer entscheide, wird er meinen Weg erleuchten und ich werde aus dieser Haltung heraus natürlich irgendetwas sagen und tun. Und es wird hilfreich sein, aber nicht wegen der Form (der Worte und Handlungen), sondern wegen des Inhalts (Liebe bzw. Frieden).

In Lektion 71 werden wir aufgefordert, uns sogar an GOTT zu wenden und zu fragen: „Was möchtest DU, dass ich tue? Wohin möchtest DU, dass ich gehe? Was möchtest DU, dass ich sage, und zu wem? Überlasse IHM die Führung völlig.“

Das scheint den Aussagen zu widersprechen, wonach GOTT nicht einmal Worte kennt und auch diese Welt nicht. Und jetzt soll ich sogar eine konkrete Antwort auf meine Fragen erhalten? Ich denke, dass dies nicht wörtlich genommen werden darf.

All unsere Fragen sind immer konkret: was genau soll ich tun, was genau soll ich sagen? Aber auf all diese konkreten Fragen hat GOTT nur eine abstrakte Antwort parat: Liebe. Indem wir uns an IHN wenden und konkrete Fragen stellen, kann uns selbst bewusst werden, dass es immer nur diese eine Antwort geben kann, eben Liebe. Und diese abstrakte Liebe in unserem Geist kann und darf sich dann durchaus auch konkret in dieser Welt äußern.

2 Gedanken zu „Klare Frage – klare Antwort!“

  1. Lieber Tom, das sehe und lebe ich auch so mit dem Kurs. Es ist so eine Befreiung, stets nur auf die Geisteshaltung acht zu geben. Dann sind jederzeit und überall der Frieden und Liebe in mir möglich, weil sie als mein heiler Geist immer da sind.
    Was ich aus dem Ego als „positiv“ oder „negativ“ bezeichne, ist völlig subjektiv. Meist lernen wir sogar am meisten beim sogenannten „Negativen“ und das ist doch positiv. 😉 Wenn ich den Kursweg gehe, wird sich für mich der Weg in der Welt nicht ebnen, weil irgendwelche Umstände mir plötzlich wohlgesonnen sind, sondern ich erlebe das Sein hier als leichter, weil ich friedvoller in allen Situationen geworden bin. Was für ein riesiges Geschenk! 🙂

  2. Danke, liebe Katja! Ja, es ist ein Geschenk, sich davon befreien zu können, auf positive Entwicklungen im Außen zu hoffen. Und doch – wie oft fallen wir immer wieder darauf herein. Noch erscheint uns das Außen bedeutsam. Aber wir lernen, immer weniger darin zu investieren. Und das erleichtert ungemein…

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