JA ZUR LIEBE? NEIN ZUR ANGST!

In „Ein Kurs in Wundern“ heißt es sinngemäß, dass dies kein Kurs in der Liebe sei, denn Liebe sei jenseits dessen, was gelehrt werden könne. Es sei ein Kurs im Aufdecken der Hindernisse vor dem Frieden, die wir selbst in uns errichtet haben. Um sie zu beseitigen, müssen wir den Heiligen Geist in uns statt des Egos in uns wählen. Aber was heißt das genau – den Heiligen Geist wählen?

Den Heiligen Geist in uns wählen, heißt nach meinem Verständnis nicht Ja zur Liebe sagen, sondern Nein zur Angst. Weil wir nicht wirklich wissen, was Liebe ist. Wir kennen bestenfalls einen schwachen Abglanz der Liebe Gottes, meistens aber nur die besondere Liebe, die vom Ego kommt. Also können wir gar nicht die wahre Liebe des Himmels wählen. Dem Heiligen Geist ein negatives Gefühl übergeben, heißt keinesfalls, es nicht anzusehen. Im Gegenteil, wir müssen es ehrlich und offen ansehen, ohne Urteil. Wir fühlen Angst (und alle anderen negativen Gefühle), weil wir die Wahrheit in uns verleugnet haben. Nun müssen wir die Verleugnung der Wahrheit verleugnen (zurückweisen). Wir sagen nicht Ja zur Liebe, sondern Nein zur Angst. Wir schauen die Angst und alle negativen Gefühle ruhig, sanft und ohne Urteil an und sagen: Nein, das glaube ich nicht, es ist nicht wahr! Wir distanzieren uns davon, ohne es zu bekämpfen. Diese geistige Haltung des inneren Zurücktretens ist die des Beobachters bzw. des Entscheiders, der nicht in der Welt von Zeit und Raum weilt. Diese geistige Haltung ist unserem wahren Wesen als Sohn Gottes, als reiner Geist, weitaus näher als alles, was wir normalerweise zu sein glauben. Diese geistige Haltung ist rein wie ein Spiegel, sie ist frei von Angst und Wut. All dies perlt an ihrer freudvollen Gelassenheit ab. Und dann kehrt der Frieden wie von selbst in unseren Geist ein und wir haben fast das Gefühl, er sei uns geschenkt worden. Und irgendwie ist es auch so.

5 Gedanken zu „JA ZUR LIEBE? NEIN ZUR ANGST!“

  1. Lieber Tom, ja, das sehe, praktiziere und erlebe ich auch so. Ich laufe nicht vor dem Ego weg, sondern ich schaue es mir ruhig an, ohne damit etwas zu tun. Dann kommt die wahre Liebe wie von allein durch bzw. sie ist bereits präsent, denn nur im Verbund mit ihr ist es überhaupt möglich, so still auf das Ego zu schauen. Ich übergebe eigentlich in meinem Empfinden nicht das Ego, sondern ich übergebe meinen Geist dem Heiligen Geist – der Liebe, der dann nicht mehr vom Ego beherrscht wird, während ich es betrachte.
    Und das Betrachten betrifft nicht nur die augenscheinlich negativen Gefühle, sondern auch die des „angenehmen“ Ego – den Schein-Frieden, die weltabhängige Freude, die bedingte Liebe, die sich ja zunächst so gut anfühlen, uns aber in Wirklichkeit ganz genauso im Mangel, in der Angst und in der Trennung halten.
    Durch deinen Text angeregt würde ich formulieren: Den Heiligen Geist wählen heißt also, mit ihm still auf das Ego zu schauen und so wird es aufgehoben. 🙂

  2. Ja, wenn wir nicht den Heiligen Geist bereits in uns hätten, wäre es uns gar nicht möglich, still und ohne Urteil auf das Ego zu schauen. Danke für den Hinweis, liebe Katja! Und auch für deine Erinnerung, ebenso das „positive Ego“ anzuschauen! 🙂

  3. Lieber Tom.
    Mir kommt es so vor, als ob ein „Nein“ zur Angst, der Angst und damit dem Fundament des Ego schon zu viel Bedeutung zukommen lässt. Ein „Nein“ ist eine Form von Aktion, ein Stück Distanzierung, die der Angst nicht gerecht wird: sie hat keine Bedeutung und von Nichts muss und kann ich mich nicht distanzieren.
    Ist es nicht vielmehr ein „Ja“ zur Angst, im Sinne von: ich schaue dieser Illusion völlig vorurteilsfrei, ruhig und offen ins Gesicht und sehe wie sie sich mir wie von selbst als das zeigst, wie sie ist: Nichts.

    Liebe Grüße, Micha.

  4. Lieber Micha,

    danke für deine guten Anmerkungen! Es ist immer eine Frage, wie wir ein Wort verstehen. Wenn ein „Nein“ zur Angst als Widerstand und Kampf gegen Angst (bzw. alle negativen Gedanken und Gefühle) verstanden würde, wäre es sicher nicht hilfreich. Aber ein „Ja“ könnte auch als Rechtfertigung für die Angst verstanden werden. Wenn du so magst, könnte man auch sagen, dass zunächst ein „Ja“ stehen muss, aber nicht zur Angst, sondern zum urteilsfreien Anschauen der Angst. Das „Nein“ zur Angst bedeutet dann einfach, sie abzuwählen, ganz friedlich. Schließlich sollen wir doch laut Kurs noch einmal wählen. Ohne Urteil entscheiden wir uns dagegen, grade weil die Angst letztlich nichts ist. Und was sollen wir schon mit einem „nichts“ anfrangen? 🙂

  5. Lieber Tom,
    danke für deine Antwort. So wie du es beschreibst, kann ich es auch nachvollziehen, wenn das Nein kein Urteil ist, sondern eine Entscheidung, die auf der Hand liegt, weil sie auf einer einfachen, liebevollen Schau beruht.

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