VERGEBEN – ja klar, aber wem eigentlich?

Der Wert und die Bedeutung von Vergebung wird in vielen spirituellen Lehren und Religionen betont. In „Ein Kurs in Wundern“ ist sie sogar das zentrale Prinzip. Allerdings wird da zwischen wahrer und falscher Vergebung unterschieden.

Die falsche Vergebung läuft so ab, dass man dem anderen vergibt, was er einem scheinbar angetan hat. Es ist wie ein Akt der inneren Begnadigung, wobei man den Betreffenden aber insgeheim weiter für schuldig hält. Vielleicht hält man es sich sogar zu Gute, dass man so gnädig vergibt, denn wahrlich gesündigt hat der andere ja. Glaubt man zumindest. Und selbst wenn man gar keinen Groll mehr zu empfinden scheint: Wenn man unter einem jetzigen Zustand leidet und die Ursache bei einer Handlung eines anderen sieht, weist man weiterhin Schuld zu. Und dann hat man nicht wahrhaft vergeben. Im Kurs heißt es: „Vergib deinem Bruder, was er nicht getan hat!“. Das bedeutet: Nimm deine Projektionen zurück, der andere ist unschuldig! Und ich selbst auch! Aber den Schmerz, die Kränkung, das Gekränktsein, den Groll und den Ärger – alles, was ich verspürt habe und verspüre, das kann und muss ich mir am Ende selbst vergeben. Und das kann ich wiederum nur, wenn ich im anderen keine Schuld mehr sehe. Wenn ich seinen vermeintlichen Angriff als Ruf nach Liebe sehen kann und am Ende erkenne, dass es immer nur mein eigener Ruf nach Liebe ist.

2 Gedanken zu „VERGEBEN – ja klar, aber wem eigentlich?“

    1. Liebe Sandy, danke für deine Worte! Ich glaube, wir alle haben ein ganz großes Thema mit Misstrauen und Schuldzuweisungen. Wir wissen es nur noch nicht alle :-). Es zu wissen, ist schon mal ein großer und wichtiger Schritt. Erst mit dem Kurs habe ich immer deutlicher gesehen, wie häufig ich Schuld zuweise, sei es nur dem Wetter, der Gesellschaft, der Politik und sogar meinem Körper. Aber das macht mich niemals friedlicher, im Gegenteil. Alles, was wir erleben, ist was wir wählen zu träumen.

      Liebe Grüße an dich!

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