I HAD A DREAM – Ein Traum in einem Traum

Eigentlich merkwürdig, dass es erst jetzt geschah – zum ersten Mal habe ich ganz konkret vom „Kurs in Wundern“ geträumt. Obwohl ich mich am Tag so viel und so oft mit ihm und seinem Inhalt beschäftige, kam er bislang nie in meinen Träumen vor. Doch nun träumte ich, dass ich mit einer – „real“ existierenden – Arbeitskollegin zusammen auf einer Wiese unter einem Baum saß und ihr vom Kurs erzählte.

Ich erzählte ihr also in meinem Traum, dass laut Kurs diese Welt nur ein Traum ist. Ein Traum, der nie existiert hat. Ein Traum des gespaltenen Geistes, nicht irgendeiner Person. Wir sind keine Person, wir sind in Wahrheit REINER GEIST, der sich scheinbar gespalten hat und nun eine Welt träumt, als Projektion in sich selbst. Und dieser gespaltene Geist zersplittert sich scheinbar immer weiter, in zahllose Individuen und identifiziert sich mit deren Körpern. Alles außer diesem Körper, den er „ich“ nennt, hält er nun für außerhalb von ihm, für „nicht-ich“. Und er leidet darunter. Er begehrt, hasst und fürchtet. Eben wie wir es von einem nächtlichen Traum kennen. Meine Kollegin, eine sehr christliche Frau, hörte sich das ungläubig staunend an. Dann kam ein weiterer, mir gut bekannter Kollege hinzu und hörte sich das ebenfalls an. Sein Widerstand dagegen war offensichtlich, es kamen all die Einwände, die die Welt eben gegen diese Aussagen hat. Ich blieb dabei weitgehend ruhig und freundlich, denn ich kannte ja die Einwände aus „eigener Erfahrung“. Irgendwann endete der Traum und ich – diese Person Tom – wachte auf. Ich nahm mir fest vor, mir den Traum zu merken und ihn am Morgen meiner Partnerin zu erzählen. Und dann versuchte ich, den Traum im Wachzustand weiterzuspinnen. Ich wollte den Faden aufnehmen und nun bewusst die „Handlung“ steuern. Vielleicht würde ich auch wieder einschlafen und vielleicht wieder genau in diesen Traum einsteigen, um ihn weiterzuträumen. Aber das geschah nicht. Auch hörte ich schnell damit auf, den Traum bewusst weiterzuspinnen, ich hatte das Interesse daran verloren. Schließlich schlief ich traumlos ein.

Am nächsten Tag dachte ich darüber nach. Wie merkwürdig ist es doch zu träumen, dass die Welt nur ein Traum sei! Ich glaubte und sagte in meinem Traum, dass die Welt und wir selbst nur ein Traum sind. War das eine Wahrheit? Oder war es nur eine Wahrheit innerhalb des Traums? Wie wahr könnte eine geträumte Wahrheit jemals sein? Ich musste an den Kurs denken, laut dem selbst die Vergebung und die „wirkliche Welt“ noch immer zur Sphäre der Illusion gehören, also selbst noch Illusionen sind. Aber Illusionen, die aus der Sphäre der Illusion herausführen. Geträumte Wahrheiten, die selbst nur Traum sind und doch das Potential der Selbsterweckung haben, also aus dem Traum ins Erwachen führen. Und was ist es, dass uns überhaupt träumen lässt? Laut Kurs ist es die Schuld, die damit verdrängt werden soll. Selbst bei unseren nächtlichen Träumen scheint es so zu sein, dass sie immer aus einem inneren Zustand der Angst oder der Begehrlichkeit entstehen. Zumindest scheint es bei mir so zu sein. Offenbar wohnt selbst den schönsten und freudigsten Träumen eine tiefe Sehnsucht inne. Und vielleicht verlor ich deswegen auch das Interesse an dem oben geschilderten Traum, als ich aus ihm erwachte. Ihn bewusst weiterzuspinnen, machte irgendwie keinen Sinn mehr. Und vielleicht wird es ja auch so sein, dass wenn ich in dieser Welt einen Traum der vollständigen Vergebung und der wirklichen Welt träume, ich dann das Interesse an dem Traum verliere. Dann fehlt nur noch der letzte Schritt…

2 Gedanken zu „I HAD A DREAM – Ein Traum in einem Traum“

  1. Lieber Tom, eine sehr tiefsinnige und „im Doppelten“ geträumte Erfahrung, von der du da berichtest. Mir hilft die Analogie zum nächtlichen Traum auch immer sehr für mein Kursverständnis. Zu deinen Überlegungen, ob Wahrheit geträumt werden kann, fällt mir ein, dass der Kurs dazu sagt, dass wir die Wahrheit und Liebe Gottes im Traum widerspiegeln können. Für mich stellt es sich so dar: Die nächste Annäherung im Traum an die Wahrheit ist die gelebte Vergebung und die wirkliche Welt, diese spiegeln die Wahrheit wider. Sie sind der Übergang von der Widerspiegelung der Wahrheit in das Aufgehen der Wahrheit. Sie sind die Bedingung, die Voraussetzung dafür, dass das Erwachen vollkommen wird. Denn nur im weltunabhängigen Frieden kann der träumende Geist im Frieden Gottes erwachen. Die Wahrheit selbst ist dann ohne Traum, Welt und Form etwas Totales.

  2. Ja, Katja, in einem Traum kann es keine Wahrheit geben, aber eine Widerspiegelung der Wahrheit. Wenn ich in einem Traum die Wahrheit träume, kann diese nur eine Widerspiegelung der Wahrheit sein. Aber sie ist wie ein Fingerzeig in die richtige Richtung. 🙂

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